Wie richte ich eine Internetverbindung über das DFÜ-Netzwerk ein?

Das DFÜ-Netzwerk (DatenFernÜbertragung) ist eine Standardkomponente von Windows 9x bzw. NT4 und dient u.a. zur Verbindung zweier Rechner über Wählverbindungen wie das öffentliche Telefonnetz. Daher kann man es nutzen, um auch ohne spezielle Zugangssoftware (wie z.B. den T-Online-Decoder) Zugriff auf das Internet zu erhalten. Dies funktioniert jedoch nicht bei Internet - Providern (Zugangsanbietern), die wie z.B AOL die Benutzung nur über eine eigene Zugangssoftware ermöglichen. Es gibt jedoch eine große Zahl von FreeCall - Anbietern, die ihre Dienste ohne Anmeldung und spezielle Software anbieten und das Nutzungsentgelt über die Telefonrechnung einziehen - zu finden in PC-Zeitschriften, Werbeprospekten u.ä.

Voraussetzungen:

- ein im System installiertes und funktionsfähiges Modem bzw. ISDN-Adapter.

- installiertes DFÜ-Netzwerk (ggf über Start - Einstellungen - Systemsteuerung -Software - Windows-Setup - Verbindungen nachinstallieren)

- TCP/IP - Netzwerkprotokoll gebunden an DFÜ-Adapter (ggf über Start - Einstellungen - Systemsteuerung -Netzwerk nachinstallieren)

- Zugang zum öffentlichen Telefonnetz - direkt oder über die Telefonanlage

- ein Zugangsprovider und die für den Zugang notwendigen Informationen

Die Einrichtung einer solchen Internetverbindung sei hier am Beispiel des T-Online - Zugangs beschrieben. Abhängig von der Windows - Version können sich die Dialoge unterscheiden, aber die grundsätzliche Verfahrensweise ist gleich.

Zuerst erzeuge ich eine neue Verbindung. Dazu öffne ich das DFÜ-Netzwerk unter Start - Programme - Zubehör - (evtl. Kommunikation) und wähle Neue Verbindung hinzufügen. Im sich daraufhin öffnenden Dialogfeld wird ein aussagekräftiger Name vergeben und das Modem bzw. der virtuelle Modemeintrag des ISDN-Adapters ausgewählt. Bei mehreren vorkonfigurierten Modemeinträgen wie bei der verbreiteten Fritz!-Card sind Einträge mit PPP oder Internet die richtige Wahl.

Nach Betätigen der Schaltfläche Weiter wird die Rufnummer erfragt, über welche die Verbindung hergestellt wird. Für den PPP - T-Online-Zugang gilt die 0191011, für andere Anbieter muss hier natürlich die entsprechende Nummer erscheinen. Das Feld Ortskennzahl bleibt leer, wenn ein direkter Amtzugang vorhanden ist. So stellt man z.B bei Notebooks sicher, dass immer das aktuelle Ortsnetz verwendet wird. Erfolgt der Anschluss über eine Telefonanlage, muss die Ortskennzahl (Vorwahlnummer) eingegeben werden, damit die Amtholungskennziffer ("0 zum Rauswählen") verwendet wird. Die Landeskennzahl 49 für Deutschland wird über die Liste ausgewählt, wenn nicht schon voreingestellt.

Nach Weiter beendet sich dieser Assistent und teilt noch einmal den Namen und die Einstellungen der neuen Verbindung mit. Diese befindet sich nun im Ordner DFÜ-Netzwerk und muss vor dem ersten Zugang konfiguriert werden. Dazu klicke ich sie einmal mit der rechten Maustaste an und wähle Eigenschaften.

Hier werden wesentliche Einstellungen für den Zugang zum Internetprovider vorgenommen.

Allgemein:

- Landes - und Ortskennzahl verwenden kann deaktiviert werden, wenn der Zugang nicht über eine Telefonanlage erfolgt. Anderenfalls muss dieses Kontrollfeld aktiviert bleiben und sichergestellt werden, dass alle anderen Parameter (Vorwahl, Wählverfahren, Warten auf Freizeichen) den Anforderungen der Telefonanlage entsprechend eingestellt sind. Die Anlagenvorwahlnummer wird über Systemsteuerung - Modems - Wahlparameter für jedes Modem eingestellt, die anderen Einstellungen erreiche ich hier über die Schaltfläche Konfigurieren. Dort wiederum kann über die Registerkarte Optionen festgelegt werden, dass bei bestehenden Verbindungen der Modemstatus angezeigt werden soll, was auf jeden Fall empfehlenswert ist.

Servertypen:

- Typ des DFÜ-Netzwerkes (PPP; Internet) - ist in der Regel schon richtig voreingestellt

- Erweiterte Optionen: Die Schaltfläche Am Netzwerk anmelden sollte deaktiviert werden, da Windows sonst versucht, sich beim Internetprovider mit den Windows-Benutzerdaten anzumelden und dieser Fehlversuch unnötig Zeit kostet. Die Softwarekomprimierung kann aktiviert bleiben, das Kennwort wird nicht verschlüsselt abgefordert.

- Zulässige Netzwerkprotokolle: hier soll nur TCP/IP ausgewählt bleiben; die anderen Protokolle werden nicht benötigt.

Die TCP/IP - Einstellungen brauchen normalerweise nicht verändert zu werden, da alle hier notwendigen Adressen bei der Einwahl über DHCP mitgeteilt werden. Die beiden Optionen zur IP-Header-Komprimierung und zum Standard - Gateway bleiben aktiviert.

Sind alle diese Einstellungen vorgenommen, kann erstmalig die neue DFÜ-Netzwerkverbindung durch Doppelklick gestartet werden. Es öffnet sich ein Dialogfeld zur Abfrage von Benutzername und Kennwort.

Hier müssen nun die für den Provider gültigen Daten eingegeben werden. Im Falle von T-Online setzt sich der Benutzername aus 4 Teilen zusammen, die auf der Anmeldebestätigung mit den Zugangsdaten zu finden sind:

1. 12-stellige Anschlusskennung

2. T-Online - Anschlußnummer (ohne die evtl. angehängten Nullen)

3. ein Doppelkreuz # , wenn die Anschlußnummer weniger als 12 Stellen hat

4. die Mitbenutzernummer - in der Regel 0001

Das Kennwort ist das Zugangskennwort für T-Online.

Wird das Kontrollfeld Kennwort speichern aktiviert, braucht dieses nicht jedes Mal neu eingegeben werden. Allerdings kann dann jeder Benutzer des Rechners eine Verbindung aufbauen, was u.U. nicht gewünscht wird. In diesem Falle sollte diese Option deaktiviert werden, so dass das Kennwort bei jedem Verbindungsaufbau abgefragt wird. Ist das Kontrollfeld "ausgegraut", liegt das am fehlenden "Client für Microsoft - Netzwerke", der dann nachinstalliert werden müsste (Start - Einstellungen - Systemsteuerung -Netzwerk)

Nun noch auf die Schaltfläche Verbinden, und bei richtiger Konfiguration wählt sich das Modem bzw., der ISDN-Adapter beim Internetprovider ein, übermittelt Benutzername und Kennwort, erhält eine statische IP-Adresse und weitere Informationen und meldet den Erfolg durch Anzeige der Verbindungsdaten. Im Systemtray (Taskleiste) erscheint ein Symbol, welches die Netzwerkaktivität anzeigt. Durch Doppelklick darauf wird ein Dialog aufgerufen, über den die Verbindung manuell wieder getrennt werden kann.

Funktioniert die Verbindung ordnungsgemäß, kann sie von nun an für alle Anwendungen, die über das DFÜ-Netzwerk auf das Internet zugreifen wollen, über eine Auswahlliste zugeordnet werden. Insbesondere sind das die WWW-Browser und Mail/Newsreader, aber auch Officepakete, CD-Player, Homebankingsoftware usw. .

Anmerkungen:

- Unter Windows NT 4 / Windows 2000 gibt es bei der ersten Einwahl oft die Fehlermeldung, dass keine Verbindung hergestellt werden konnte. Meist sind die Einstellungen in Ordnung und auch die Benutzerdaten stimmen, aber es wurde versäumt, die standardmäßig aktivierte Abforderung eines verschlüsselten Kennwortes zu deaktivieren. Diese Option findet sich auf der Registerkarte Sicherheit unter den Eigenschaften der Verbindung.

- Auch beim Zugang über T-DSL funktioniert der Zugang per DFÜ-Netzwerk, wenn auch nur über T-Online. Dazu muss jedoch dem Eintrag bei Benutzername ein @t-online.de angehängt werden. Die Telefonnummer zur Anwahl ist unerheblich, da es sich nicht um eine echte Wählverbindung handelt, es muss aber irgendein Eintrag vorhanden sein - hier wird die 1 empfohlen